Pressearchiv 2007
Brandschaden am Holzvergaser in Arnsberg-Wildshausen:
Umweltfreundliche Anlage soll noch im Sommer wieder starten
(Düsseldorf – 25.04.2007) In diesem Sommer soll in Wildshausen bei Arnsberg wieder umweltfreundlich
Strom und Wärme erzeugt werden. Bis dahin wollen die Stadtwerke Düsseldorf AG und
ihr Partner Biomass Energiesysteme GmbH & Co KG aus Dortmund die Schäden in Höhe von rund
300.000 Euro behoben haben, die bei einem Brand in der Nacht zum 20. April 2007 am Standort
ihrer Vergaseranlage entstanden sind: „Die Kernkomponenten der Anlage sind kaum beschädigt. Deshalb
sind wir zuversichtlich, dass wir bis August den Betrieb wieder starten können. Vom Brand betroffen
waren hauptsächlich das Gebäude, elektrische Einrichtungen sowie das Förderband für den
Holztransport“, so Markus F. Schmidt, Vorstandvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf. Die Brandursache
wird zurzeit untersucht. „Alle Hinweise deuten auf einen elektrischen Defekt hin, vermutlich
ein Kurzschluss im Bürocontainer oder in der Strom-Unterverteilung. Einen Zusammenhang mit dem
eigentlichen Produktionsprozess, also der Holzgasgewinnung und –reinigung, können wir ausschließen“,
ergänzt Schmidt.
Mitte Dezember hatte die 1,5 Millionen Euro teure Anlage ihren Betrieb aufgenommen - im Beisein des
Umweltministers des Landes Nordrhein-Westfalen, Eckhard Uhlenberg. Sie macht frisches Waldholz für
die Strom- und Wärmegewinnung nutzbar. Die Nachfrage nach dieser Technik ist offensichtlich groß:
„Seit langem sucht die deutsche Forstwirtschaft nach zusätzlichen Verwertungsmöglichkeiten für ihr
Frisch- und Restholz. Unsere Vergasertechnik eröffnet ihr sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher
Sicht eine attraktive Perspektive. Seit der Inbetriebnahme hat sich eine Vielzahl von Interessenten
bei uns gemeldet – mit rund einem Dutzend von ihnen führen wir konkrete Gespräche“, so
Schmidt. Diesen Erfolg sieht er durch den Brand nicht gefährdet: „Dieser Vorfall ist für uns zwar ärgerlich,
weil er uns einige Wochen Zeit kosten wird, aber kein schwerwiegendes Problem. Die ersten Betriebsmonate
haben gezeigt, dass unsere Anlage auch unter realen Bedingungen sehr gut funktioniert –
das ist das Wichtigste“.
Das bei der Forstarbeit anfallende Restholz wird in Holzgasanlagen für die Produktion eines brennbaren
Gasgemisches eingesetzt. Bei seiner Verbrennung in einem Blockheizkraftwerk entstehen Strom und
Wärme. Die bislang von verschiedenen Herstellern errichteten Holzvergaser konnten die Erwartungen
nicht erfüllen, da insbesondere der hohe Teergehalt im gewonnenen Gas einem reibungslosen Betrieb im
Wege stand. Neuartig an der Anlage ist die besondere Reinigung des Holzgases von molekularen Teerbildnern
und Partikeln, die in der Vergangenheit häufig einem Einsatz in Motoren entgegen standen. Dem
Entschluss der Partner, in die Holzvergasungsanlage in Wildshausen zu investieren, ging ein umfassender
Prüfungsprozess voraus. Das IUTA Institut e.V., Duisburg, bescheinigte 2005 nach Prüfung einer Vergleichsanlage
in Manchester, England, die Marktreife. Daraufhin vereinbarten im Januar 2006 der Hersteller
Biomass und die Stadtwerke Düsseldorf AG eine umfassende Zusammenarbeit für die Errichtung
dieser Präsentationsanlage und den gemeinsamen Vertrieb.